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Hagemeister Karl

Karl Hagemeister

Karl Hagemeister

1848 Werder an der Havel – 1933 Werder an der Havel

 

Geboren am 12. März 1848 in Werder an der Havel als Sohn eines Weinbauern. Nach zwei Jahren Studium bei Preller d. Ä. in Weimar lernte Hagemeister 187, Carl Schuch kennen, der entscheidenden Einfluss auf seine künstlerische Entwicklung nahm. Im Anschluss an einen Aufenthalt in Brüssel reiste Hagemeister zusammen mit Schuch und Trübner nach Holland (1876/77). Danach ließ er sich in Ferch am Schwielowsee (südlich von Potsdam) nieder und malte Landschaften, Stillleben und Jagdbilder. 1883/84 arbeitete er zusammen mit Schuch in dessen Atelier in Paris; wegen der Meinungsverschiedenheiten über Hagemeisters Bild „Austernteller“ kam es zur Trennung. 1890 siedelte der Künstler nach Entenfang bei Werder über. 1907 bis 1915 schöpfte er neue Bildmotive aus Reisen an die Ostsee; die Brandungsbilder schätzte Corinth besonders. 1912 richtete die Galerie Heinemann in München eine erste monographische Ausstellung ein, deren Erfolg ihm breites Interesse eintrug. Im folgenden Jahr erhielt Hagemeister auf der Internationalen Ausstellung in München die Goldene Medaille. 1914 verlieh ihm die Berliner Akademie den Professorentitel. Gestorben am 6. August 1933 in Werder.

 

(Aus: Neue Pinakothek München, Deutsche Künstler von Marées bis Slevogt, Band A-H, hrsg. von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, S. 196, Hirmer Verlag GmbH, München 2003)

Am Strand von Swinemünde

Am Strand von Swinemünde ⋅ 1907

Öl auf Leinwand ⋅ 77 x 109 cm

Am Strand von Swinemünde

Am Strand von Swinemünde ⋅ 1907

Öl auf Leinwand ⋅ 77 x 109 cm

Provenienz: Bernhard Klinckerfuß (1881-1940), Maler in Prien am Chiemsee

Ausstellung: 7. Sommerausstellung "Die Welle", 1928 Prien-Stock (Münchner Zeitung vom 21.08.1928: "[...] Außerdem hat man dem berühmten Landschafter Karl Hagemeister Gastrecht gewährt. Hagemeister lebt zwar in Werder bei Potsdam, war aber früher hin und wieder am Chiemsee und liebt ihn natürlich sehr, wie jeder Maler. Darum ehrt man ihn heuer, da er achtzig Jahre alt geworden ist, durch eine kleine Sammelausstellung von Werken, die nicht allgemein bekannt sind. Man nennt den Chiemsee das Bayerische Meer. Und wer ihn einmal bei einem Gewitter oder bei Regen gesehen hat, weiß, daß damit nicht zuviel gesagt ist. Aber die Meerlandschaften Hagemeisters - meist Motive von der Ostsee - haben trotzdem gar nichts mit dem Chiemsee zu tun. Sie schildern die gegen das flache Ufer oder gegen felsige Küsten anrollenden Wogen oder Sturzseen. Und sie tun es mit dem ganzen, ungestümen Temperament und der monumentalen Einfachheit, die Hagemeister von jeher ausgezeichnet haben. Wundervoll die Transparenz dieses Wassers, das wirkliche Wasser, und nicht, wie bei so vielen Meerbildern, irgend etwas Künstliches, Undefinierbares ist. Die Bilder haben die stille Größe von Symbolen. Als absolute Malerei genommen, sind sie etwas Einmaliges. Man braucht sie nicht zu lieben und kann sie trotzdem nie vergessen.")