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Schoulz-Carrnoff Erwin

Erwin Schoultz-Carrnoff

1913 Königsberg in Preußen – 1990 München

 

Erwin Schoultz-Carrnoff stammte von einem ostpreußischen Bauernhof und hatte in Königsberg die Kunstakademie besucht. 1936 kam der Ostpreuße Schoultz-Carrnoff erstmals nach Traunstein, wo er in einem Bauernhaus auf der Einleite, direkt über der Traun, ein Atelier fand. Auch während des „Dritten Reiches“ trat er als Maler an die Öffentlichkeit, so wird sein Name erwähnt in einer Ausstellungsbesprechung des Traunsteiner Wochenblatts vom 24./25. August 1936. Während des Krieges wurde er in Finnland und Norwegen eingesetzt, wo er verwundet wurde. 1940 heiratete er eine Traunsteinerin und ließ sich wieder hier nieder.

Am 22. Juli 1945 gründete er in Traunstein die Künstlergruppe „Roter Reiter“, deren Vorsitzenden und Präsident er bis zu seinem Tod 1990 geblieben ist. 1945 fanden bereits die ersten Ausstellungen in Traunstein statt. 1948 eröffnete die Gruppe unter der Federführung von Schoultz-Carrnoff Zweigstellen in Stuttgart, Düsseldorf und Berlin. 1956 verließ die Künstlervereinigung Traunstein und hatte nun ihr neues Ausstellungsdomizil im Schwabinger „Hühnchen“ an der Barer Straße. Mitte der 60er Jahre siedelte auch Erwin Schoultz-Carrnoff nach München um, nach seiner Scheidung heiratete er 1974 eine Münchnerin. Bis in die 50er Jahre hinein schrieb er seinen Namen mit Erwin Schoultz-Carrnoff, dann jedoch ging er dazu über, seine Signatur in Shoultz-Carrnoff umzuändern.

Schoultz-Carrnoff war es gewesen, der sich ständig um den Zusammenhalt der Gruppe bemüht hatte, und er selbst bezeichnete die enge Verbindung mit dem Künstlerkollektiv als seine Lebensaufgabe. Zum 10jährigen Bestehen der Künstlergruppe verfasste Erwin Schoultz-Carrnoff programmatisch und mit Manifestcharakter die künstlerischen Zielsetzungen der Gruppe;

Für seine Landschaftsbilder mit expressiver und kräftiger Pinselschrift erhielt Schoultz-Carrnoff 1975 den Schwabinger Kunstpreis, 1989 die Medaille „ München leuchtet“.

Am 10. Juli 1990 ist Erwin Schoultz-Carrnoff mit 77 Jahren gestorben.

 

 

(Text entnommen aus der Ausstellung „Rote Reiter“ 2005 in Traunstein)

Winter im Chiemgau

Winter im Chiemgau ⋅ 1946

Öl auf Karton ⋅ 61 x 75 cm

Blick auf Obing

Blick auf Obing

Öl auf Rupfen

Das blaue Haus

Das blaue Haus ⋅ 1931

Mischtechnik ⋅ 59,8 x 48,8 cm